"Patriotische Klasse" im Kindergarten: Kinder mit AK-47 Attrappen lösen Sturm der Entrüstung aus

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Moskau: In einem Kindergarten haben Bilder von jungen russischen Kindern, die u.a. mit AK-47 Gewehrattrappen posierten, einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Andere aber verteidigten dies als patriotische Erziehung.

Online-Bilder machten die Runde, auf denen die etwa fünf bis sechs Jahre alten Jungen und Mädchen mit Attrappen von AK-47 Sturmgewehren, Scharfschützengewehren und einem Granatwerfer in den Händen vor den Kameras posierten.

Einige Kinder trugen Helme oder militärische Mützen, ein Mann im Kampfanzug stand daneben.

Laut einem Mitglied der Organisation, die diese Veranstaltung mit durchführte, seien die umstrittenen Fotos letzte Woche während einer "patriotischen Klasse" in einem Kindergarten in der zweiten Stadt von Sankt Petersburg gemacht wurden. Die Organisation stellte dafür auch die Waffennachbildungen zur Verfügung.

"Warum sollen Kinder keine Waffe halten dürfen?", fragte Yury Dorozhinsky, stellvertretender Leiter des Roten Sterns. Er teilte am Donnerstag mit, dass seine Organisation Militärgeschichte lehrt und als Vereinigung den Enthusiasten von Nachstellungen aus dem Zweiten Weltkrieg dient.

"Lasst die Jungen doch dann mit Puppen spielen."

Er sagte, die Veranstaltung sei auf Anfrage der Kindergartenleitung im Vorfeld zum 23. Februar durchgeführt werden. Dies ist der Tag der Verteidiger des Vaterlandes, der im Sowjet-Russland gefeiert wurde.

"Es ist dumm, wenn Laien den Kindern Patriotismus beibringen wollen. Nur Erzählen, ohne es auch zeigen zu können, wäre nicht richtig."

Er verteidigte die Veranstaltung und die Fotos damit, dass Kinder als Patrioten aufwachsen müssten. Er betonte, dass man nicht die Benutzung der Waffen gelehrt habe.

"Das Scharfschützengewehr hatte kein Zielfernrohr", fügte er hinzu.

Dorozhinksy sagte, dass die Eltern der Kinder diese Aktion genehmigt hätten und ein Elternteil Mitglied im Roten Stern sei.

Aber die Bilder lösten in den sozialen Netzwerken Russlands einen Sturm der Entrüstung aus.

"Das ist einfach nur schrecklich und empörend", äußerte Larisa Garmash.

Margarita Ivanova, die Leiterin des Sankt Petersburger Kindergartens, die offenbar diese Aktion durchführte, lehnte jede Stellungnahme ab.

Die Leiterin eines anderen Kindergartens der Stadt hält es für "inakzeptabel", dass Kinder zum Posieren mit Waffen gezwungen wurden.

"Das ist keine patriotische Erziehung", sagte Irina Gosteva. "So etwas hat in einem Kindergarten nichts zu suchen."

Einige Beobachter warnen vor einer schleichenden Militarisierung der russischen Gesellschaft, die derzeit im verschärften Spannungsfeld mit dem Westen steht. Seit April bekämpfen Pro-Moskau-Separatisten die Regierungstruppen in der Ukraine.

Übersetzung: Rainer Sonntag

SMH.com

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